Meditativer Abendspaziergang mit Führung im Botanischen Garten, Gütersloh
Das war ein schöner, besinnlicher Abendspaziergang – und äußerst unterhaltsam noch dazu. Um 19:00 Uhr am 07. Juni 2010 trafen sich 14 Personen am Eingang des Botanischen Gartens an der Parkstraße, um in besinnlicher Runde, geführt von Frau Weidler von der Stadt Gütersloh, etwas über Pflanzen, schwerpunktmäßig die ‚Pflanzen der Bibel’ zu erfahren, die man hier vorfindet. Da in der Bibel etwa 110 verschiedene Pflanzen namentlich erwähnt werden, sind natürlich nicht alle in unserem Botanischen Garten zu finden.

Nach ein paar allgemeinen Informationen betraten wir den Park, in dem wir bereits nach wenigen Metern erste Informationen zu einem der ältesten Bäumen unserer Geschichte bekamen, der – zugegeben – nicht namentlich in der Bibel erwähnt wird: dem Ginkgo. Er kann bis zu 1.000 Jahre alt werden und bis zu ca. 40 m Höhe erreichen. Der Ginkgo gehört vom Ursprung her zu den Nadelbäumen, was man ansatzweise noch erkennen kann, wenn man ein Blatt gegen das Licht betrachtet. Diese Baumgattung ist schon so alt, dass sie schon die Dinosaurier er- und überlebt hat.
Schnell stießen wir auf weitere interessante Pflanzen, z. B. dem sogen. Frauenmantel (Alchemilla mollis), der auch in unseren heimischen Gärten sehr verbreitet ist. Hierzu wusste Frau Weidler zu berichten, dass vor sehr langer Zeit versucht worden war, aus dem auf den Blättern gesammelten Wasser Gold zu gewinnen. Dass dies nicht geklappt hat, dürfte allgemein bekannt sein.
Unser Weg durch den Park führte uns auch an dem sogen. „Eselsohr“ (Woll-Ziest, Stachys byzantina) vorbei. Es ist ein schnell wachsender, nicht wuchernder Bodendecker. Die Pflanze bekam ihren Namen, da sich die Blätter tatsächlich wie ein weiches, silbrig-grau behaartes Eselsohr anfühlen – fassen Sie sein Blatt einmal an!
Kurz darauf kamen wir zu einen Baum, der des Öfteren in der Bibel genannt wird: dem Feigenbaum. Er hatte seinerzeit eine große Bedeutung, u.a. für die Ernährung der Menschen, denn seine Früchte sind wohlschmeckend und gesund. Schon im Alten Testament hat der Feigenbaum Bedeutung, denn Adam und Eva bedeckten ihre Blöße mit seinen Blättern. Und bei Matthäus 24,32 heißt es: „Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.“
Immer wieder gab es Stellen zum Verweilen und Betrachten der unterschiedlichen Gewächse, verbunden mit unterschiedlichsten Informationen. Wir kamen zur Myrthe, zum Granatapfelbaum, zum Olivenbaum, der mehrfach in der Bibel an verschiedenen Stellen erwähnt ist und dem, wie der Feige, eine wichtige Rolle in der Ernährung der Bevölkerung zukam. Auch die Olivenbäume, die erst nach ca. 7 Jahren erstmals Früchte tragen, werden bei entsprechenden Bedingungen sehr alt. Noch immer sind Oliven und das Olivenöl sehr beliebt, sei es als Nahrungsmittel oder auch als Zusatz zu Kosmetika.
Danach ging es weiter zu dem kleinen Teich, an dem u.a. Binsen wachsen. Aus Binsen wurden seinerzeit Körbe u.ä. geflochten (z.B. auch das Körbchen, in dem Mose ausgesetzt wurde). Aber auch Kleider wurden aus Binsen geflochten, wie uns Frau Weidler an Hand einer Teilabbildung eines Altarbildes zeigte.

Irgendwie fühlte man sich dort beobachtet…
Frau Weidler von dieser Stelle aus nochmals unseren herzlichen Dank.
( F. Kuhr )
















